Podcast beenden - Wann macht das Sinn?

Podcast beenden – Wann macht das Sinn?

Podcasts boomen, immer mehr davon entstehen und durch Crowdfunding können auch immer mehr PodcasterInnen davon leben. Warum also sollte man einen Podcast beenden?

Dieser Frage gehe ich im Folgenden nach. Dabei stelle ich Podcasts vor, die beendet wurden, schildere eigene Erfahrungen und nenne Gründe, warum das Sinn machen kann. Aber ich gehe auf der anderen Seite auch auf Alternativen zum Beenden eines Podcasts ein.

Wie immer freue ich mich sehr auf euer Feedback. Vielleicht habt ihr ja selbst schon mal einen Podcast beendet oder euer Lieblings-Podcast wurde eingestellt. Berichtet gern in den Kommentaren davon.

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Warum geben PodcasterInnen auf?

Als Hörer ist es oft unverständlich, warum gerade sehr erfolgreiche Podcasts eingestellt werden und warum nach vielen Jahren und etlichen Episoden einfach ein Podcast beendet wird.

Oder wer kennt es nicht, dass man einen interessanten Podcast in seinem Podcatcher findet, nur um dann festzustellen, dass die letzte Episode schon lange zurückliegt.

Doch es gibt viele Gründe dafür, auf die ich im Folgenden eingehen werde.

  • Spaß verloren

    Das ist wohl einer der häufigsten Gründe, warum Podcasts eingestellt werden und wohl auch der am wenigsten greifbare Grund.

    Die allermeisten podcasten, weil es einfach Spaß macht über Themen zu reden, die einen selbst begeistern. Und das am besten noch zusammen mit anderen.

    Aber nichts ist für ewig und irgendwann wird selbst das tollste Hobby zur Arbeit, wenn man es immer mehr professionalisiert und es sich dann irgendwann eben auch wie Arbeit anfühlt.

  • Macht zu viel Arbeit

    Stichwort Arbeit. Podcasten macht schon echt viel Arbeit. Angefangen von der oft umfangreichen Vorbereitung, über die Aufnahme (am besten noch mit verschiedenen Personen) und die oft ebenfalls umfangreiche Nachbearbeitung.

    Von Grafikerstellungen, Episodentext schreiben, Shownotes zusammenstellen und so weiter möchte ich gar nicht reden.

    Selbst wer das Podcasten liebt, kann von den vielen anderen Dingen, die einfach dazugehören, genervt sein.

  • Interesse am Thema verloren

    Auch das kommt häufig vor. Wer über viele Jahre podcastet zu einem Thema, kann das Interesse verlieren.

    Es ist ja ganz normal, dass man sich selbst weiterentwickelt und sich die eigenen Interessen verändern. Nicht immer kann man das im eigenen Podcast so abbilden bzw. diesen auch so verändern. Und eh man sich zwingen muss weiter über das Thema zu sprechen, beenden viele lieber den Podcast.

  • Kein Erfolg

    Teilweise „sterben“ Podcasts schon nach wenigen Folgen. Das liegt dann oft daran, dass man falsche Erwartungen hatte. Vielleicht kennt man die große Podcasts, die von Patreon und Steady leben und man selber denkt, dass das doch leicht zu erreichen ist.

    Doch auch das Podcasten ist ein Marathonlauf. Was auch immer man selbst als Erfolg definiert, in der Regel dauert das sehr lange, diesen zu erreichen. Hier braucht man also Durchhaltevermögen.

  • Kein Feedback

    Auch wenn man natürlich selbst Spaß am Podcasten hat, so hilft es ungemein, wenn man Feedback der Hörer bekommt. Gerade Kommentare unter Podcast-Episoden sind für viele eine große Motivation, aber auch Rezensionen und Bewertungen bei Apple Podcasts und Co..

    Wenn da kaum was kommt, dann helfen auch gute Download-Zahlen nicht viel. Das kann schon die Motivation kosten.

  • Team-Probleme

    Wer nicht allein aufnimmt hat zwar meist jemand anderem, der einem Arbeit abnimmt und einen motiviert, aber es kann auch anders kommen.

    Zieht der Mitpodcaster zum Beispiel weg oder kommt man sich in die Haare, dann ist ein Podcast oft ebenfalls schnell zu Ende.

  • Alles schon erzählt?!

    Gerade langlebige Podcasts kommen immer wieder an den Punkt, wo man das Gefühl hat, man hat schon alles erzählt.

    Die weiter unten genannten Podcasts, die eingestellt wurden, haben hunderte Episoden veröffentlicht und irgendwann wiederholt man sich dann auch.

  • Die Lebensumstände ändern sich

    Aber auch die persönliche Ebene ist oft ein Grund, warum Podcasts beendet werden. Beruf, Familie, Kind – das alles sind Dinge, die viel Zeit in Anspruch nehmen und das eigene Leben stark verändern.

    Wenn dann die Zeit für den Podcast fehlt, weil man einfach wichtigere Dinge im Leben hat, dann beenden ebenfalls viele ihren Podcast.

  • War nur für eine gewisse Zeit geplant

    Zu guter Letzt gibt es natürlich auch immer mal wieder den Fall, dass ein Podcast nur für eine bestimmte Zeit geplant war. Und das ist auch okay und im Gegensatz zu den anderen genannten Gründen läuft dann ja auch alles nach Plan, wenn der Podcast beendet wird.

Beispiele für eingestellte Podcasts

Ich höre selbst viele Podcasts und natürlich wurden da in der Vergangenheit auch immer mal wieder welche eingestellt.

Teilweise erschien einfach keine Episode mehr, bei anderen gab es dagegen einen richtigen Abschied. Von den letzteren möchte ich ein paar verlinken, denn in diesen letzten Episoden wird erklärt, warum die Podcasts beendet wurden, was sehr interessant ist.

Der Nussschale Podcast hat in einer sehr kurzen letzten Episode erläutert, dass die Uni-Promotion nun so viel Arbeit macht, dass einfach keine Zeit mehr für neue Episoden ist. Nach 232 Episoden ist hier Schluss.

Der Eskapodcast hat ebenfalls über 200 Episoden geschafft und in der letzten Episode wird nicht nur geschildert, warum man das Projekt nun beendet, sondern es wird auch ein wenig vorausgeblickt, was man für die Zukunft plant.

Einer der ältesten aktiven Podcasts, die ich höre, ist The Dice Tower. Der englischsprachige Podcast hat mit Episode 750 einen Schlussstrich gezogen und das bisherige Format beendet. In Episode 740 hat der Host das angekündigt und dann noch 10 Episoden lang Abschied gefeiert.

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Warum ich Podcasts beendet habe

Auch ich habe schon Podcasts eingestellt. So zum Beispiel meinen Blogprojekt-Podcast, den ich von 2009 bis 2015 gemacht habe. 45 Episoden gab es in dieser Zeit und es hat mir schon damals viel Spaß gemacht. Allerdings war es zum einen vor dem großen Podcast-Boom und zum anderen habe ich am Ende dann ein wenig das Interesse an dem Thema verloren.

Auf Eis liegt auch der Podcast dieses Blogs. 4 Episoden sind davon erschienen, aber ich habe aus Zeitmangel entschieden, mich erstmal auf andere Projekte zu konzentrieren. Eigentlich habe ich Lust mal wieder eine Episode hierfür aufzunehmen, aber wie gesagt, die Zeit.

Podcast beenden – Wann macht das Sinn?

Es stellt sich also die Frage, wann es Sinn macht einen Podcast zu beenden.

Macht man diesen rein aus Spaß an der Sache, dann sollte man diesen auch nur solange machen, wie man Spaß daran hat. Natürlich fühlt man irgendwann auch eine gewisse Verpflichtung gegenüber den Hörern und ggf. den Mitpodcastern. Aber diese merken auch, wenn man nicht mehr ganz mit dem Herz dabei ist.

Und auch die anderen oben genannten Gründe sind valide und man sollte einfach mal überlegen, wie es weitergehen soll. In dieser Episode macht der Host genau das und geht darauf ein, welche Gedanken ihn bewegen.

Alternativen zum Beenden eines Podcasts

Statt den Podcast einfach zu beenden, gibt es einige Alternativen. Schließlich sollte man nicht sofort aufgeben, nur weil man auf Probleme stößt.

So könnte man einfach mal eine kreative Pause einlegen, um neue Energie und Ideen zu sammeln. Manchmal hilft es einfach etwas Abstand zu nehmen, um wieder Lust zu bekommen. Allerdings ist so eine Pause auch gefährlich, denn viele kommen dann gar nicht wieder.

Manchmal hilft es auch eine andere thematische oder auch inhaltliche Ausrichtung zu wählen. The Dice Tower bringt im selben Feed neue Episoden raus, aber in einem ganz anderen Format, das weit weniger aufwändig ist.

Es kann zudem helfen den eigenen Workflow umzustellen bzw. zu optimieren. Gerade wenn man weniger Zeit hat und einen die viele Arbeit belastet, kann man einfach anders an das Podcasten herangehen. Kürzere Episoden, ein Format, was keine Nachbearbeitung erfordert und so weiter.

Gerade der Zeitdruck einer regelmäßigen Veröffentlichung kann den Spaß kosten. Dann kann etvl. eine Umstellung des Veröffentlichungsrhythmus helfen.

Den Podcast richtig beenden

Wenn das alles nicht hilft, dann solltest du deinen Podcast aber richtig beenden und nicht einfach nichts mehr veröffentlichen.

Also nicht einfach aufhören, sondern für die Fans und Zuhörer eine letzte Episode aufnehmen. Oder wie bei The Dice Tower noch einige Episoden zum Schluss aufnehmen, z.B. mit früheren Mitpodcastern, einem Rückblick und so weiter.

Zudem kann man die bisherigen Zuhörer ja auch nutzen, um ein neues Projekt zu starten und Fans dorthin „mitnehmen“. Gerade wenn man sich schon eine große Hörerschaft aufgebaut hat, wäre es schade, diese einfach „verschwinden“ zu lassen.

Fazit

Es ist keine leichte Entscheidung, den eigenen Podcast zu beenden. Es kann aber gute Gründe dafür geben und man kann dies auch sehr gut machen, so dass auch die Zuhörer damit leben können.

Auf der anderen Seite gibt es aber durchaus Alternativen, um nicht gleich den Podcast zu begraben.

Habt ihr schon mal einen eigenen Podcast beendet? Warum und wie seid ihr dabei vorgegangen?

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