11 beliebte Podcast Formate – Vorteile, Nachteile und Beispiele

11 beliebte Podcast Formate – Vorteile, Nachteile und Beispiele

Man kann bei einem Podcast einfach auf Aufnahme drücken und loslegen. Allerdings gibt es verschiedene Podcast Formate, die dem ganzen eine Struktur geben und deshalb ist es sinnvoll sich damit zu beschäftigen.

Im Folgenden stelle ich 11 Podcast Formate genauer vor und gehe unter anderem auf deren Besonderheiten, sowie die Vorteile und Nachteile ein.

Dabei unterscheiden sich die Formate sehr, können aber teilweise auch kombiniert werden. Zudem gibt es viele Abwandlungen und Varianten davon.

Ich stelle jeweils noch ein oder mehrere Beispiele für die Podcast Formate vor, damit ihr reinhören könnt.

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Warum braucht man ein Podcast Format?

Bevor ich zu den einzelnen Podcast Formaten komme, möchte ich ein wenig darauf eingehen, warum es Sinn macht sich für ein Format (oder eine Kombination mehrerer Formate) zu entscheiden.

Natürlich gibt es keinen Zwang sich für ein Format zu entscheiden und jede/r kann den eigenen Podcast so gestalten, wie man das selbst möchte. Experimentieren kann dabei sehr hilfreich sein, um herauszufinden, was man eigentlich selbst möchte.

Dennoch bieten Podcast Formate einen gewissen Rahmen, in dem man sich austoben und verwirklichen kann.

Zudem bietet ein Podcast Format einen gewisse Konsistenz, was die Inhalte angeht und wie der Podcast aufgebaut ist. Das hilft einem selbst dabei regelmäßiger zu podcasten und auch die Zuhörer finden es oft besser, wenn sie wissen, was sie erwartet. Die meisten Zuhörer abonnieren einen Podcast, gerade weil ihnen das Format gefällt und sie sich mehr davon wünschen. Wobei es hier natürlich auch Ausnahmen gibt.

Man selbst kann als Podcaster bzw. Podcasterin besser planen und eigene Ziele setzen, wenn das Format bekannt ist.

Alles in allen solltest du dich durch ein Podcast-Format zwar nicht einengen lassen, aber es hilft dir dabei eine klarere Linie zu verfolgen und dem eigenen Podcast ein stärkeres Profil zu geben.

Es spricht übrigens nichts dagegen im eigenen Podcast mehrere dieser Formate zu kombinieren oder auch abwechselnd verschiedene Formate in den Episoden umzusetzen. So kann eine Solo-Podcasterin auch immer mal wieder ein Interview-Format veröffentlichen.

11 beliebte Podcast Formate – Vorteile, Nachteile und Beispiele

Die folgenden 11 Podcast-Formate sind die am häufigsten anzutreffenden und bilden jeweils eine Sammlung verschiedener Abwandlungen und Varianten. So ist natürlich nicht jeder Solo-Podcast gleich aufgebaut, aber zumindest haben sie alle gemein, dass nur eine Personen im Podcast spricht.

Wie schon erwähnt gibt es Kombinationen aus den folgenden Formaten, was sehr spannend ist, denn so kann man den eigenen Podcast einzigartig machen.

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Solo Podcast Format

Sehr häufig anzutreffen ist das Solo Podcast Format. Hierbei gibt es nur einen Podcaster oder eine Podcasterin, die spricht.

Das hat zum einen den Grund, dass man so meist am einfachsten starten kann bzw. keine Mitpodcaster findet. Zudem hat man auf diese Weise die volle Kontrolle und muss sich mit weniger technischen Problemen und mit nur wenig Nachbearbeitung herumschlagen. Ebenso entfällt die Terminabstimmung mit anderen.

Aus diesem Grund ist für Einsteiger der Solo-Podcast sehr interessant und auch wer eher abgelegen wohnt oder keinen Gesprächspartner für das Thema das Podcasts findet, kann auf diese Weise starten. Ich höre eine ganze Reihe von Solo Podcasts, denn diese haben oft zudem den Vorteil, dass sie kompakter sind und nicht so lang.

Als Nachteil kann sich unter anderem herausstellen, dass man selbst die ganze Episode füllen muss und es sich dann schnell wie ein Monolog anhört. Zudem fehlt der Input von Mit-Podcastern und der Unterhaltungswert ist oft eher geringer.

Man kann allerdings direkter auf die Zuhörer eingehen und in einen Dialog mit diesen treten, indem man zum Beispiel Fragen beantwortet und ähnliches.

Beispiele:

Co-Host Podcast Format

Anders sieht es dagegen beim Co-Host Podcast Format aus. Hier sind meist 2 oder 3 Personen am Podcast beteiligt und sprechen über Themen.

Dabei ist ein Vorteil, dass die Themen aus mehreren Sichtweisen geschildert werden und man miteinander darüber diskutieren kann. So entsteht oft ein zusätzlicher Mehrwert und auch der Unterhaltungswert ist höher, wenn man sich gegenseitig die Bälle zuwirft.

Nicht wenige Co-Host Podcasts sind aus Solo Podcasts entstanden, wenn man jemanden findet, der mitmacht. Am besten ist es hier aber, wenn eine gute Chemie der Personen untereinander existiert, da viele Zuhörer dann am liebsten „einschalten“. Zudem ist ein Gespräch oft angenehmer anzuhören, als ein Monolog. Allerdings können mehrere Personen eher ins Schwafeln kommen und vom Thema abweichen. Das kann gut ankommen, aber auch Hörer abschrecken.

Auch wenn sich der Abstimmungs- und Technikaufwand (unter anderem der Schnitt der Episode) vergrößert, kann man davon profitieren, dass die Personen sich zum Beispiel die Vorbereitung teilen oder auch sonstige Podcast-Aufgaben übernehmen.

Beispiele:

  • Die Drei Amigos – 3 Personen sprechen über Filme
  • DORP-Cast – 2 Hosts sprechen jede Woche über ein Schwerpunktthema und mehr

Interview Podcast Format

Das Interview Podcast Format funktioniert sowohl mit einem Host, als auch mit mehreren, wobei aber das One-to-One Interview Format am häufigsten anzutreffen ist. Dabei interviewt eine Person einen Gast.

Ein großer Vorteil dieses Podcast Formates ist die Abwechslung, denn in jeder Episode hat man einen anderen Gast (oder auch mal mehrere) und bekommt dadurch neue Einblicke, Meinungen etc.. Zudem ist man als fragende Person meist weniger am Sprechen, als der Gast, was ebenfalls Vorteile hat.

Und auch wenn man hier kein Script vorbereiten muss, so muss man im Vorfeld viel recherchieren und sich Fragen zurechtlegen. Zudem sollte man in der Lage sein, während des Interviews Dinge zu hinterfragen und nachzuhaken. Genau das ist aber auch die Stärke des Interview Podcast Formats.

Interviews sorgen zudem dafür, dass man jeweils eine neue Zielgruppe erreicht, gerade wenn der Interview-Gast bekannter ist und selber diese Episode danach promotet. Und man kann sich natürlich einen sehr guten Ruf aufbauen, wenn man Experten und andere bekannte Personen einlädt.

Die Kontaktaufnahme und Terminabstimmung ist hier aber noch aufwendiger und auch die technische Seite sollte nicht unterschätzt werden, vor allem wenn man über das Internet aufnimmt. Es ist schon eine Herausforderung in jeder Episode die gleiche Qualität abzuliefern.

Des Weiteren ist es so, dass nicht jedem Hörer und jeder Hörerin das Interview-Format gefällt. Gerade wenn man kurze knackige Infos haben möchte, sind Interviews meist zu ausschweifend.

Beispiele:

Roundtable/Panel Podcast Format

Die noch größere Version ist das Roundtable/Panel Podcast Format. Dabei sitzt eine größere Gruppe meist rund um ein Mikrofon (oder reicht das Mikrofon weiter) und diskutiert über ein Thema.

Oft gibt es hier mehrere Hosts, die die Diskussion moderieren. Positiv ist hier auf jeden Fall der Input, den die verschiedenen Teilnehmer einbringen können. Auf diese Weise wird meist sehr viel Wissen und interessante Einblicke geboten.

Zudem kann man auf diese Weise eine Menge Kontakte knüpfen.

Allerdings ist es aufwändig so ein Roundtable zu organisieren und alle an einen Tisch zu bekommen. Das trifft auch auf die technische Umsetzung zu, um eine wirklich gute Tonqualität sicherzustellen.

Nicht zuletzt kann so eine große Runde leicht chaotisch werden, so dass es gute Moderatoren bedarf, die das Gespräch in die richtigen Bahnen lenken. Sprechen alle durcheinander oder wird von Thema zu Thema gesprungen, ist es oft nicht angenehm anzuhören.

Beispiele:

  • Plauschangriff – Mehr oder weniger große Runde über Videospiele
  • Magabotato – Regelmäßig sitzen hier ein paar Personen zusammen und reden über verschiedene Themen

Informations-Podcast Format

Dieses Podcast Format bezieht sich auf den Inhalt einer Episode. Informations-Podcasts drehen sich in der Regel um ein Thema in einer Episode und behandeln dies sehr ausführlich. Statt über verschiedene Themen zu reden, gibt es hier einen starken Fokus.

Dabei gibt es sehr interessante und tiefgehende Informationen, die oft neu sind. Das gefällt vielen Hörern sehr gut. Zudem haben solche Podcasts oft eine klare Struktur in jeder Episode und die Hörer wissen genau, was sie erwartet.

Allerdings bedarf ein Informations-Podcast sehr intensiver Vorbereitung, da es hier um Fakten und weniger um Meinung geht. Das geht natürlich auch ein wenig zu Lasten der Unterhaltung, wobei es diese nicht ausschließt.

Zudem ergibt sich hier oft die Möglichkeit Zusatzinformationen und -material bereitzustellen. Und man kann sich durch solche Podcasts einen Namen machen in der Branche.

Es eignet sich aber nicht jedes Thema ideal für einen Informations-Podcast, gerade wenn der visuelle Teil sehr wichtig ist. Schaut man sich allerdings die Vielfalt an Informations-Podcasts an, dann finden die meisten dennoch einen Weg es gut in Audioform rüberzubringen.

Beispiele:

Magazin Podcast Format

Das Magazin Podcast Format findet man vor allem bei professionelleren Anbietern, wie den Öffentlich-Rechtlichen Anstalten.

Diese sind meist sehr hochwertige produziert, journalistisch aufbereitet und bietenoft einen Mix unterschiedlicher Segmente. Das ist natürlich sehr aufwändig, nicht nur in der Vorbereitung, auch bei der Aufnahme und der Nachbearbeitung.

Allerdings können auch normale PodcasterInnen das Magazin Format nutzen und ihre Podcasts in unterschiedliche Segmente aufteilen. Das habe ich früher selbst gemacht, dann aber gemerkt, dass das doch sehr aufwändig ist.

Beispiel:

News Podcast Format

Einfacher ist dagegen das News Podcast Format. Dieses besteht hauptsächlich daraus, dass die Hosts über aktuelle News aus dem Themenbereich des Podcasts sprechen und diese diskutieren oder zumindest kommentieren.

Die Vorbereitung ist dafür meist recht einfach, da man sich aus Interesse ja meist sowieso mit den relevanten News beschäftigt. Und eine Meinung hat man dazu ebenfalls.

Dementsprechend sind News-Podcasts durchaus beliebt, aber sie gehören zu den Formaten, die langfristig nicht mehr so interessant sind. Schließlich sind News sehr schnell veraltet und das eigene Podcast-Archiv wird später nicht mehr so intensiv gehört, wie das bei anderen Formaten der Fall ist.

Beispiele:

Live Podcast Format

Ein besonderes Format sind Live Podcasts. Dabei wird allerdings nicht live gesendet, sondern nicht in einem kontrollierbaren und etablierten Umfeld (wie einem Podcast-Studio) aufgenommen, also „in freier Wildbahn“.

So gibt es Live-Podcasts von Messen oder anderen Veranstaltungen. Auch beim Spaziergang durch den Wald oder am Strand nehmen manche ihre Podcast Episoden auf.

Die Tonqualität ist durch Hintergrundgeräusche und ähnliches eine große Herausforderung und meist sind diese Episoden eher improvisiert und weniger geplant.

Als Sonder-Episoden durchaus interessant, finde ich dieses Format als dauerhaften Podcast nicht so gut geeignet. Deshalb habe ich hier auch keine ganzen Podcasts als Beispiele, sondern nur Episoden.

Beispiele:

Storytelling Podcast Format

Eine Geschichte zu erzählen ist eine weitere Möglichkeit. Dabei unterscheidet man zwischen fiktionalen und nicht-fiktionalen Inhalten.

So kann man sich Geschichten ausdenken und fiktive Stories erzählen. Man kann aber auch über reale Ereignisse sprechen und diese nacherzählen bzw. vorlesen.

Dabei steht vor allem der Unterhaltungswert im Vordergrund, denn die Zuschauer möchten eine interessante und gut erzählte Geschichte hören. Der Vorbereitungsaufwand ist entsprechend hoch und auch die Nachbearbeitung nimmt meist viel Zeit in Anspruch. Gerade weil hier oft zusätzliche Geräusche und Sounds ergänzt werden.

Allerdings kann man damit aus der Podcast-Masse sehr gut herausstechen und etwas wirklich besonderes machen. Entsprechend treu sind die Abonnenten, aber es fällt auch etwas schwerer die Hörer erstmal zu erreichen, da den meisten nicht klar ist, was sie da eigentlich erwartet.

Beispiele:

Play Podcast Format

Eine weitere besondere Art der Podcast Formate ist der Play Podcast. Hierbei handelt es sich um einen unterschnittenen oder geschnittenen Mitschnitt einer Spielerunde.

Das ist zum Beispiel im Rollenspiel-Bereich sehr beliebt, wo man per Audio ein ganzes Rollenspiel-Abenteuer miterleben kann. Oft natürlich unterteilt in verschiedene Episoden. Aber auch Computerspiele werden teilweise so rübergebracht, indem man über die eigenen Erlebnisse und Entscheidungen spricht.

Der Vorbereitungsaufwand für die Episode selbst ist relativ gering, da man sozusagen das Mikrofon nur mitlaufen lässt während des Spiels bzw. wenn man im Nachinein darüber spricht. Die Nachbearbeitung kann je nach den eigenen Ansprüchen allerdings länger dauern, gerade weil diese Aufnahmen oft sehr lang sind.

Zudem fehlt hier natürlich oft der visuelle Anteil, was manche Podcasts kompensieren, indem sie viele Fotos oder Screenshots in die einzelnen Kapitel packen. Aber das ist natürlich wieder mehr Aufwand.

Die meisten Play Podcast Formate erreichen kein besonders großes Zielpublikum, weil es eben keine fokussierten und besonders ausgerichteten Episoden sind. Dennoch kann es im Einzelfall etwas ganz besonderes sein.

Beispiele:

Recycling Podcast Format

Zu guter Letzt habe ich dann noch das Recycling Podcast Format. Wie der Name schon vermuten lässt, geht es hier darum bestehende Audioinhalte in Podcast-Form wiederzuverwenden.

Das können alte Podcast-Episoden sein, die man schneidet und neu veröffentlicht. Oft sind es auch Videoaufnahmen für YouTube oder Twitch, deren Audiospur man als Podcast veröffentlicht.

Hier gibt es keinen zusätzlichen Planungsaufwand und auch die Nachbearbeitung ist meist nicht sehr aufwändig. Man muss aber auch sagen, dass sich diese Inhalte oft nicht wie ein Podcast anhören.

Dafür gibt es bei diesem Format allerdings auch keine wirklich neuen Inhalte, wobei es oft so ist, dass Podcast-HörerInnen die Inhalte noch nicht kennen.

Beispiele:

Welches Podcast Format findest du am besten?

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Sonstige Podcast Formate

Natürlich ist meine Liste der Podcast Formate nicht abschließend und es gibt da draußen noch viele mehr. So haben es viele erfolgreiche Podcasts geschafft ganz eigene Formate zu entwickeln, die meist Abwandlungen oder Kombinationen der genannten Formate sind.

Gerade der persönliche Stil und die Einzigartigkeit machen gute Podcasts aus, so dass du die oben aufgeführten Podcast Formate als Ausgangspunkt sehen solltest, um etwas ganz eigenes daraus zu machen.

Für welches Podcast Format solltest du dich entscheiden?

Es gibt nicht DAS richtige oder falsche Podcast Format. Alle haben ihre Vorteile und Nachteile.

Du solltest ein Podcast-Format (oder eine Kombination) nach 2 Gesichtspunkten auswählen.

Zum einen sollte es dir liegen und deinen Wünschen und Stärken entsprechen. Schließlich wirst du regelmäßig daran arbeiten und viel Zeit reinstecken. Auch deine eigenen Ziele spielen hierbei eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt solltest du realistisch einschätzen, wie viel Zeit und Arbeit du investieren kannst, ohne überfordert zu sein und die Motivation zu verlieren.

Zum anderen solltest du aber auch ein Gefühl dafür entwickeln, was deine Zielgruppe mag. Nicht zu jedem Thema eignet sich jedes Podcast Format. Deshalb probieren viele Podcasts zu Beginn verschiedene Formate aus und fragen die Hörer, was sie am besten finden. Auch die Downloadzahlen und das Engagement der Hörer (zum Beispiel Kommentare) zeigen sehr gut, was besser ankommt und was weniger gut.

Darüber hinaus lohnt sich ein Blick auf die Konkurrenz, denn auch wenn sich die meisten Podcaster sehr gut verstehen, so kämpfen thematisch ähnliche Podcast schon um dieselben Hörer. Schließlich ist deren Zeit begrenzt. Sich von der Konkurrenz abzusetzen und interessanter zu sein, ist deshalb wichtig.

Am Ende ist auch beim Podcasting nichts in Stein gemeißelt und man kann später immer noch die Podcast Formate wechseln oder anpassen.

Ich freue mich auf jeden Fall über euer Feedback zu diesem Artikel.

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