Podcast Analytics – Wie viele Podcast-Abonnenten hast du wirklich?

Podcast Analytics – Wie viele Podcast-Abonnenten hast du wirklich?

Podcasten macht vor allem Spaß und das sollte auch die Hauptmotivation sein, sonst funktioniert das auf Dauer einfach nicht und die Hörer merken auch recht schnell, wenn man nicht mit dem Herzen dabei ist.

Darüber hinaus wollen viele Podcaster aber wissen, wie hoch die Zahl ihrer Abonnenten ist. Zumindest ist dass die Zahl, auf die viele Podcaster regelmäßig schauen. Doch im Gegensatz zu Videoaufrufen und Website-Besuchern ist es gar nicht so einfach herauszufinden, wie viele Hörer man wirklich hat.

Woran das liegt und welche Podcast Analytics Möglichkeiten es gibt, erfahrt ihr im Folgenden. Zudem schaue ich mir an, welche anderen Werte ebenfalls wichtig sind.

Wie viele Podcast-Abonnenten hast du wirklich?

Während man das bei Website-Besuchern dank Statify oder Google Analytics, und bei Videos dank den YouTube Statistiken sehr einfach beantworten kann, ist das bei Podcasts weit schwerer zu sagen.

Das liegt einfach daran, dass es hier eine sehr fragmentierte Landschaft aus Podcaster-Hostern, Streaming-Diensten, Podcast-Apps, Plugins und mehr gibt. Lediglich iTunes ist hier eine gewisse Institution, aber deckt natürlich nicht den gesamten Podcast-Markt ab, da es nur Apple-Geräte erfasst.

Im Folgenden stelle ich einige Quellen für Podcast-Statistiken vor und gehe darauf ein, wie gut man daraus die Zahl der Abonnenten ableiten kann. Schließlich ist diese Zahl z.B. wichtig, wenn man mit dem eigenen Podcast Geld verdienen will.

iTunes Podcast Analytics

iTunes war lange Zeit der Inbegriff der Podcast-Landschaft. Apple hat den Begriff Podcast zwar nicht erfunden, aber war sehr zeitig hier mit dabei.

Und auch heute noch ist iTunes die wichtigste Einzel-Plattform für Podcasts, aber natürlich betrifft das eben nur die Apple-Nutzer. Bei meinem Abenteuer Brettspiele Podcast liegt der Anteil der iOS Nutzer zum Beispiel bei unter 20%.

iTunes bietet seit einiger Zeit eigene Analytics-Daten für Podcast an, was eine schöne Sache ist. Dazu muss man sich bei Podcast Connect einloggen. Dort kann man die eigenen Podcasts sehen (oder muss diese vorher noch in iTunes anlegen, was man auf jeden Fall machen sollte).

Anschließend werden Daten für die Shows (Podcasts) und Episoden angezeigt. Unter anderem sieht man hier die Anzahl der Geräte (was man am ehesten mit den Abonnenten gleichsetzen kann), die
Gesamt-Abspielzeit und die Abspielzeit pro Gerät.

Es werden auch Charts über einen gewissen Zeitraum angezeigt, so dass man sehen kann, wie sich der Podcast bei iTunes entwickelt. Interessant ist auch die Aufteilung der gehörten Stunden in “Abonniert” und “Nicht abonniert”. Das hilft noch ein wenig mehr einzuschätzen, wie viele Abonnenten man dort ungefähr hat.

iTunes Podcast Connect Analytics

Ebenfalls interessant sind die Einblicke in die Performance einzelner Episoden. Hier sieht man, wann diese veröffentlicht wurden, wie deren Laufzeit ist, wie viele Geräte diese gehört haben, die gesamte Hörzeit und die Durchschnittsnutzung.

Damit kann man die Episoden miteinander vergleichen und zumindest ganz gut feststellen, welche Episoden belieber waren als andere.

Allerdings gibt es auch Kritik an den Zahlen von Podcast Connect. Der Service ist noch in der Beta und so stimmen die Zahlen wohl nur bedingt. Zudem bildet es eben nur den iTunes-Kosmos ab und der ist längst nicht mehr der größte Anteil.

iTunes ist immer noch wichtig, aber nicht mehr allein entscheidend. Podcast Connect bietet interessante Einblicke, vor allem in die Performance einzelner Episoden. Die Gesamtzahlen sind aber mit Vorsicht zu genießen.


Podcast-Hoster Statistiken

Man sollte die eigenen Podcast-Episoden nicht auf dem eigenen Blog-Webspace hosten. Da kommt mit der Zeit einfach zu viel Datenverkehr zusammen.

Deshalb nutzen die meisten Podcaster einen speziellen Podcast-Hoster. Davon gibt es viele, gerade im englischsprachigen Raum. Ich bin bei Podcaster.de und dieser deutsche Service bietet eigene Statistiken an.

Dort sieht man die Anzahl der Downloads, wobei es leider bisher etwas unübersichtlich ist.

Aber man erhält zumindest einen guten Einblick zur Entwicklung des Podcasts, denn wenn die Zahl der Downloads steigt, dann entwickelt sich der Podcast positiv.

Podcaster.de Download Statistiken

Die Summe aus den Spalten “Podcast” und “Direkt” ergeben laut Anbieter die Gesamtanzahl der Downloads. Das sagt aber leider nicht so richtig viel über die Zahl der Abonnenten aus.

Die Einblicke in die Zahl der Downloads ist hier ganz interessant. Damit kann man die Performance einzelner Episoden gut erkennen. Auch die Entwicklung über einen langen Zeitraum ist hier interessant. Allerdings bekommt man keine Daten zur Zahl der Abonnenten.


Chartable – Online-Tool

Es gibt eine Reihe von Online-Services, die ein zentraler Anlaufpunkt für Podcast Analytics sein wollen. Dazu gehört z.B. Chartable.

Dieser Service analysiert von Hause aus die Rankings des eigenen Podcasts in verschiedenen iTunes-Kategorien. Das ist auf jeden Fall interessant.

Chartable chartable Podcast Analytics
(Ich hatte im Dezember eine Änderungen an meinem Podcast in iTunes vorgenommen, was den kurzfristigen Einbruch erklärt.)

Ansonten gibt es aber nicht viele interessante Einblicke. Für mehr Daten muss man die iTunes- und Podcast-Hoster-Zugangsdaten eingeben. Das mache ich aber nicht, denn diese wichtigen Zugangsdaten möchte ich keiner anderen Website anvertrauen.

Ohne die Eingabe der Zugangsdaten ist Chartable nur bedingt nützlich. Immerhin ist die Analyse der Rankings interessant, aber darüber hinaus gibt es nicht viel mehr.


Podcast Addict App

Podcast Addict - Anzahl der AbonnentenPodcast Addict ist eine beliebte Android App, um Podcasts zu finden und zu abonnieren. Diese ist weit verbreitet (laut Google Play Store rund 5 Millionen mal installiert) und bietet zudem interessante Angaben zu den Abonnenten.

Die Daten dafür stammen aus dem eigenen Verzeichnis und von iTunes. Insofern klingt die Abonnentenzahlen hier recht verlässlich, auch wenn man das natürlich nicht wirklich nachprüfen kann. Zudem ist die Frage, in wieweit die Abonnenten von iTunes hier wirklich mit auftauchen.

Man kann hier auch sehen, wie viele Abonnenten die Wettbewerber haben, was natürlich ebenfalls nützlich ist. Allerdings gibt es keine Details zu den einzelnen Episoden.

Podcast Addict bietet einen einfachen Überblick über Gesamtzahl an Abonnenten. Allerdings ist auch das nur ein Ausschnitt.


Podlove Publisher

Zu guter Letzt möchte ich noch ein Plugin vorstellen, was viele Podcaster nutzen. Es handelt sich um das Plugin Podlove Publisher für WordPress. Wer also sowieso auf WordPress setzt, sollte sich überlegen, dieses Plugin zu nutzen.

Es ist ein komplettes Framework für den eigenen Podcast. Angefangen von diversen Einstellungen, über spezielle Podcast-Feeds und eigene Episoden-Artikel, bis hin zu den Podcast Analytics.

Diese Statistiken sind recht ausführlich und deshalb spannend. Allerdings bekommt man auch hier keine genaue Zahl der Abonnenten, sondern es werden die Downloads der Episoden gemessen. Das funktioniert allerdings nur für Downloads, die über den von Podlove generierten Feed statfinden bzw. direkt im Blogs über den Podlove-Player stattfinden.

Dafür sind die Statistiken sehr ausführlich für die einzelnen Episoden:

Podlove Publisher Podcast Analytics

So sieht man z.B. die Aufrufe der einzelnen Episoden nach bestimmten Zeiträumen nach ihrer Veröffentlichung. So kann man Episoden sehr gut miteinander vergleichen und sieht auch, an welchen Tagen es z.B. mehr Sinn macht einen Podcast zu veröffentlichen.

Man kann auch auf die einzelnen Episoden klicken und bekommt sehr ausführliche Daten dazu. So z.B. die genutzten Podcast Clients, die Betriebssysteme und aus welchem Land die Hörer kommen.

Podlove Publisher ist ein sehr gutes Podcast-Plugin und bietet eine gute Analyse der einzelnen Episoden. Allerings kann man von der Zahl der Downloads wieder nur ungefähr auf die Zahl der Abonnenten schließen. Aber man erkennt hier sehr gut eine zeitliche Entwicklung des eigenen Podcasts.

sonstiges

Darüber hinaus gibt es noch mehr Quellen im Netz. So z.B. den Service von Podtrac oder auch das neue Spotify for Podcasters, was ich bald genauer vorstellen werde.

Es gibt keine genauen Podcast Abonnenten Zahlen

Alle Podcast Analytics Quellen haben Einschränkungen, wie man oben sehen kann. Keine davon ist allumfassend, so dass man mit den Daten immer vorsichtig sein muss.

Dazu kommt, dass Services wie Spotify die Podcast-Episoden bei sich auf den Servern cachen. Es erfolgt also kein Abruf über den eigenen RSS-Feed bzw. kein Download beim eigenen Podcast-Hoster. Auch das verwässert die Statistiken.

Zudem werden von den vorgestellten Podcast Analytics Quellen meist hauptsächlich die Downloads gemessen. Das sagt noch nichts über die tatsächlich abgespielten Episoden aus, denn viele Podcast-Apps laden Episoden automatisch runter. Und es sagt nichts über die Zahl der Abonnenten des eigenen Podcasts aus.

Es fehlt eine zentrale große Podcast-Plattform, die alle nutzen. Also das Youtube für Podcasts. Und das wird wohl auch nicht kommen.

Es gibt noch andere wichtige Werte

Man wird also die Zahl der Podcast-Abonnenten nie genau herausfinden, was aber auch nicht schlimm ist. Schließlich ist die Anzahl der Abonnenten interessant, aber nicht der einzige Wert, den man analysieren sollte.

So ist die Zahl der Downloads ebenfalls sehr interessant, da diese Episoden auf jeden Fall bei den Nutzern gelandet sind. Leider sagt auch diese Zahl nichts darüber aus, wie viele Nutzer die Episoden dann auch wirklich gehört haben. Dennoch sieht man an der unterschiedlichen Anzahl der Episoden-Downloads schon recht gut, welche Episoden besser ankamen als andere.

Die Werte von iTunes Podcast Connect bringen noch mehr Licht ins Dunkel. Zumindest hier wird angezeigt, wie viele Stunden wirklich abgespielt wurden. Das gilt zwar nur für die iOS Abonnenten, aber immerhin.

Des Weiteren sind die Daten des Podlove Publishers über die Herkunft der Nutzer und welche App bzw. welches Betriebssystem diese nutzen, sehr interessant. Auf diese Weise hat man einen besseren Einblick, wer eigentlich den eigenen Podcast hört.

Unter dem Strich muss man sich aus allen Daten, die man für seinen Podcast bekommt, ein Gesamtbild machen.

Wie man diese Daten dann wirklich nutzen kann, um den eigenen Podcast weiterzuentwickeln und zu optimieren, erkläre ich in einem anderen Artikel.

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