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Nachhall in der Ton-Aufnahme – Ein großes Problem für viele Podcaster und YouTuber

Nachhall in der Ton-Aufnahme – Ein großes Problem für viele Podcaster und YouTuber

Wer in einem relativ großen Raum podcasted bzw. YouTube-Videos mit einem Mikrofon aufnimmt, der kennt das Problem mit dem Nachhall. Man kann es auch einfach als Hall bezeichnen, das Ergebnis bleibt das Gleiche.

In den Aufnahmen hört es sich dann so an, als würde man in einem großen Saal stehen oder in der Kirche. Der Nachhall klingt einfach nicht gut und viele Zuhörer bzw. Zuschauer werden sich daran stören.

In diesem Artikel gehe dem Problem auf den Grund und zeige Lösungs-Möglichkeiten.

Wie entsteht der Nachhall?

Das ist physikalisch eigentlich ganz einfach. Die Schallwellen, also die eigene Sprache bei Podcastern und YouTubern, werden von den Wänden und ähnlichen Flächen reflektiert. Dieser Nachhall ist im Gegensatz zum Echo aber kontinuierlich.

In den Aufnahmen entsteht dadurch ein Raumeffekt, als würde man in einer großen Halle sprechen. Das ist aber meist nicht gewünscht und es wirkt bei Podcasts meist sehr störend.

Hier ein Beispiel für eine Podcast-Aufnahme, die relativ viel Hall aufweist:

 

Dagegen hier eine Aufnahme, bei der kaum Nachhall zu hören ist.

 

Der Unterschied ist deutlich zu hören. Entsprechend wird auf verschiedenen Ebenen versucht diesen Nachhall zu vermeiden.

Hardware-Lösungen für Nachhall in der Ton-Aufnahme

Es gibt verschiedene “Hardware”-Lösungen für das Nachhall-Problem. So gibt es viele Mikrofone, die versuchen diesen Effekt zu vermeiden, indem sie eine Nierencharakteristik aufweisen. Dabei handelt es sich um eine bestimmte Richtcharakteristik bei Mikrofonen, bei der vor allem von vorn der Ton aufgenommen wird und auch noch zu einem gewissen Teil von der Seite. Von hinten wird dagegen kein Ton aufgenommen.

Diese Mikrofone machen schon einen Unterschied, wenn man sie mit anderen vergleicht, die andere Richtcharakteristiken aufweisen. So sorgt das Rode Pocaster Mikrofon für eine geringere Nachhall-Problematik, was ich selbst feststellen konnte. Aber bei großen Räumen mit “nackten” Wänden besteht das Problem weiterhin.

Die schnellste Lösung ist es wohl meist den Raum zu wechseln. In einen kleineren Raum zu gehen, der dadurch deutlich weniger anfällig für diesen Schalleffekt ist, ist für viele eine Lösung, aber nicht jeder hat diese Alternative oder möchte das.

Von einigen Podcastern weiß ich sogar, dass diese im Kleiderschrank aufnehmen. Das klingt erstmal komisch, aber die Ton-Qualität steigt deutlich und der Nachhall ist weg. Aber auch das ist nicht für jeden praktikabel oder erstrebenswert.

Den Aufnahme-Raum optimieren

Also müssen wir versuchen den Raum für Tonaufnahmen zu optimieren. Die beste Methode zur Nachhallunterdrückung ist hierbei das Vermeiden von klatten Wandflächen, die ausgesprochen gut den Schall reflektieren. Bücherschränke sind hierbei z.B. eine einfache, aber effektive Lösung. Wer schon mal eine Tonaufnahmen in einem Raum voller Bücher an den Wänden gemacht hat, wird kaum Probleme mit dem Hall gehabt haben.

Bei mir ist das zu Hause ähnlich. Ich habe hier einen kleineren Raum, als mein Büro, aber auch die Wände sind vollgestellt. Dort gibt es Regale mit Zeitschriften, Büchern und vielen Brettspielen. Diese “schlucken” die Schallwellen sehr gut, so dass ich hier keine Nachhall-Probleme habe.

In meinem größeren Büro steht dagegen nicht viel und die Schränke reflektieren mit ihren Türen den Schall auch ganz gut. Hier bieten sich als einfache Lösung Decken an, die man an die Wände und Schränke hängt. Aber auch Kissen rund um das Mikrofon haben bei vielen schon gute Resultate erzielt.

Professioneller ist es natürlich mit Akustikschaumstoff-Matten (sogenannte Schallabsorber) zu arbeiten, die man an den Wänden anbringt. Diese “schlucken” den Schall sehr effizient und werden in in Studios eingesetzt. Allerdings sieht es nicht gerade toll aus, die dunklen Matten überall im Büro zu haben.

Fensterscheiben werfen die Schallwellen übrigens auch sehr stark zurück, so dass man auf jeden Fall die Vorhänge oder Stoffrollos herunterziehen sollte, wenn man diese hat.

Der eine oder andere baut sich eine kleine Aufnahme-Kapsel. So kann man aus Holz oder Metall einen kleinen Rahmen bauen und diesen auf den Tisch stellen. Darüber legt man eine große Decke und darin kann man dann sehr gut den Podcast aufnehmen. Ganz ohne Hall.

Software-Lösungen für Nachhall in der Ton-Aufnahme

Auch software-seitig wurde immer wieder versucht Lösungen gegen den Nachhall zu finden. So kann man in Audacity versuchen die Schall herauszufiltern, was aber nach meinen Erfahrungen nicht wirklich gut funktioniert.

Es gibt zudem Plugins für bekannte Audio-Software und Standalone-Tools, die es ermöglichen den Nachhall-Effekt aus bestehenden Ton-Aufnahmen zu entfernen. Das klappt mal besser und mal schlechter.

Generell ist es aber nie eine gute Idee ein Ton-Problem im Nachhinein beheben zu wollen. Stattdessen sollte man von vornherein versuchen den Nachhall zu vermeiden. Rein softwareseitig hilft dabei die Reduzierung des Mikrofon-Pegels. Dieser sollte nicht zu hoch eingestellt sein.

Manche Mikrofone bieten einen sogenannten Gain-Regler. Dabei handelt es sich um eine Erhöhung der Aufnahmesensibilität. Auch hier ist meist ein zu großer Wert nicht zu empfehlen, da neben Rauschen auch anderen Nebengeräusche, unter anderem der Hall, stärker aufgenommen werden.

Nachhall muss nicht sein

Nicht jede Lösung zur Nachhallunterdrückung funktioniert gut, aber insgesamt gibt es dennoch viele Methoden, die weiterhelfen.

Von den günstigen und schnellen Selbstbaulösungen, bis hin zu professionellen Methoden und besserer Technik, gibt es einige Möglichkeiten, die man ausprobieren kann.

Perfekt und gänzlich ohne Hall muss eine Podcast- oder YouTube-Aufnahme aber oft auch nicht sein. Sei also nicht zu kritisch, sondern finde einen guten Kompromiss.

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