Empfindlichkeit von Mikrofonen – Wann ist leiser besser?

Empfindlichkeit von Mikrofonen – Wann ist leiser besser?

Wer mit einem Mikrofon aufnimmt (egal ob es ein USB-Mikrofon ist oder man dafür einen Vorverstärker (Audio-Interface) benötigt) kennt das Problem, dass manche Ton-Aufnahmen lauter sind, als andere.

Oft hat man zudem erstmal das Gefühl, dass ein neues Mikrofon viel zu leise ist.

Das bezeichnet man als Empfindlichkeit und dies ist eine wichtige Kennzahl, auf die man beim Kauf eines Mikrofons achten sollte.

Was es damit genau auf sich hat und was das für die eigene Ton-Aufnahme bedeutet, erfahrt ihr im Folgenden.

Empfindlichkeit von Mikrofonen

Eigentlich handelt es sich dabei um ein einfaches Phänomen. Jedes Mikrofon ist anders und das führt unter anderem dazu, dass der Ausgangspegel der Ton-Aufnahme unterschiedlich ist. Dabei sind unter anderem die unterschiedlichen Bauweisen entscheidend.

Nimmt man also mit 3 verschiedenen Mikrofonen auf, dann wird man in der Aufnahmesoftware auch sehr wahrscheinlich 3 unterschiedlich laute Tonspuren finden.

Diese Empfindlichkeit ist technisch bedingt und kann sehr unterschiedlich ausfallen.

Wer nur mit einem Mikrofon aufnimmt, für den ist das allerdings nicht so relevant, außer, dass einem das eigene Mikrofon vielleicht generell zu leise vorkommt.

Wenn man allerdings mit mehreren Personen z.B. einen Podcast aufnimmt und dabei auch noch unterschiedliche Mikrofone zum Einsatz kommen, kann dies ein Problem sein.

Der Übertragungsfaktor

Jedes Mikrofon enthält einen Schallwandler, der Geräusche, wie unsere Sprache, in analoge Signale umwandelt. Diese werden anschließend direkt im Mikrofon (USB) oder über ein Audio-Interface (XLR) in digitale Signale umgewandelt.

Dabei ist es normal, dass die Schallwandler unterschiedliche Ausgangspegel produzieren und das wird auch als Übertragungsfaktor bezeichnet.

In Europa wird dieser Wert in Millivolt pro Pascal (mV/Pa) angegeben, in Amerika sieht das etwas anders aus.

Das von mir sehr geschätzte Rode Podcaster hat einen Übertragungsfaktor von 2,8 mV/Pa, während das ebenfalls gute Rode NT-USB bei 20 mV/Pa liegt. Letzteres ist also deutlich empfindlicher.

Wann braucht man eine hohe Empfindlichkeit?

Das kommt auf den Einsatzzweck an. Je geringer die Empfindlichkeit eines Mikrofons, um so schwerer wird es leise Geräusche aufzunehmen. Je besser die Empfindlichkeit ist, um so geringer ist das Rauschen bei der Aufnahme leiser Tonquellen.

Allerdings kann es auch ein Vorteil sein eine geringere Empfindlichkeit zu haben, um Störgeräusche erst gar nicht mit aufzunehmen. Auch das ist oft ein positiver Nebeneffekt. Das betrifft primär die dynamischen Mikrofone, die eine niedrigere Empfindlichkeit haben, als Kondensator-Mikrofone.

Das habe ich z.B. bei der Podcast-Aufnahme in meinem großen Büro gemerkt. Da konnte ich den Hall beim Kondensator-Mikrofon deutlich besser hören, als beim dynamischen Mikro. Auch Tipp-Geräusche auf der Tastatur waren durch die höhere Empfindlichkeit beim Kondensator-Mikro hörbarer auf der Ton-Spur.

Daran sieht man schon sehr gut, dass mehr Empfindlichkeit nicht immer besser ist. Es kommt stark auf den Einsatzzweck an.

Auf der anderen Seite muss man das Signal eines empfindlichen XLR-Mikrofons nicht mehr so stark durch das Audio-Interface verstärken, was der Qualität des Signals gut tut.

Am Ende solltet ihr am besten verschiedene Mikrofone in eurer Aufnahme-Umgebung testen, um das beste Modell für eure Zwecke zu finden.

Genrell kann man sagen, dass eine niedrigere Empfindlichkeit immer dann hilfreich ist, je mehr ungewollte Nebengeräusche es gibt. In einer sehr gut schallgeschützten Umgebung (ohne Störgeräusche) ist dagegen mehr Empfindlichkeit gefragt.

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